19€ für eine Tafel??? Spinnen die??? 🤯

19€ für eine Tafel??? Spinnen die??? 🤯

Ich werde berechtigterweise immer wieder gefragt, wie um alles in der Welt wir zu solchen Preisen kommen.

Denn 19€ für eine Tafel Moruga scheinen im Vergleich zur Supermarktschoki einfach verdammt viel.

Hier folgt im Dienste der vollen Transparenz eine Erklärung der Kosten, die für jede Tafel Moruga Kakao entstehen, die du zuhause erhältst.

Hier unsere Kostenstruktur im Pie-Chart Format     

Rohstoffe: Kakaobohnen & Verpackungen 🌱

Ich betone es immer wieder: Die Kakaobohnen, die wir bei Moruga einkaufen, sind 1A Spitzenware. Diese Topware brauchen wir, denn wir können uns nicht hinter Zutaten wie Milchpulver oder Zucker verstecken. 

Manchmal vergesse selbst ich, wie schwer es eigentlich ist, eine 100%-ige Schokolade gut schmecken zu lassen. 

Erst, wenn ich mir 100%-ige Tafeln von anderen Herstellern zukommen lasse und nur zwei von zehn wirklich gut sind, fällt mir wieder ein, wie lang der Weg zu einer leckeren puren Trinkschokolade für Moruga war.

Wir kaufen Kakaobohnen weit über dem Weltmarktpreis von ca. 2€/kg. Manche Kakaobohnen kosten ca. 5€/kg (die Virunga aus der DR Kongo 🇨🇩) und die teuerste sogar rund 14€/kg (die Don Ramón aus Peru 🇵🇪). Die unterschiedlichen EK-Preise für die Bohnen bestimmen den Endpreis für die jeweilige Tafel.

Verpackungen wiederum sind bei weitem nicht so günstig, wie ich sie gerne hätte. Weil wir so viel Wert auf Aromaschutz legen, brauchen Moruga Verpackungen unbedingt einen Wiederverschluss-Zipper und eine starke Schutzbarriere. Selbst bei größeren Auflagen kommen wir hier noch auf ca. 50 Cent pro Verpackung (voll bedruckt).

Transport 🚚

Die Kakaobohnen müssen aus dem Hafen in Amsterdam auf einer Palette zum Hersteller gefahren werden und wieder zurück in unser Lager in Deutschland. Eine Palette kostet derzeit ca. 220€ für einen Weg im innereuropäischen Versand und das Warenlager in Amsterdam berechnet bei jeder Auslagerung eine Gebühr. Pro Charge rechnen wir mit insgesamt ca. 500€ Transportkosten.

Verarbeitung: Reinigen, Rösten, Schälen, Mahlen, Temperieren, Abtafeln, Abpacken 🍫

Unser Hersteller bekommt von uns einen fixen Preis für jedes Kilogramm fertig gemahlene, in 200g-Tüten abgepackte, 99,5%-ige Kakaomasse mit 0,5% Salzanteil. Der Hersteller bekommt von uns 2,80€ für jede fertige Tafel.

Fulfilment: Store, Pick, Pack & Ship 📦

Wir arbeiten mit einem sogenannten Fulfilment-Dienstleister zusammen. D.h., dass unser Kakaotafeln in einem auf Logistik spezialisierten Warenlager in Bielefeld lagern, um von dort an Endkunden (dich & mich) versandt zu werden.

Wir zahlen für diese Dienstleistungen inklusive DHL-Inlandspreis für ein mittelgroßes Paket (z.B. die Entdecker-Box mit 3 Tafeln) ca. 7,03€.

Payment Service Provider Fees (Paypal, Kreditkarten, …) 🏦

Dieser Posten wird gerne vergessen, ist allerdings im online-Zahlungsverkehr auf keinen Fall zu vernachlässigen. Wir zahlen auf jeden Euro, der bei uns eingeht, ca. 3 Cent PSP-Kosten (3%). Das addiert sich. 

Discounts 🔥

Ein klassischer Fehler, den ich am Anfang meiner Gründerkarriere begangen habe: Discounts und Aktionen nicht in den Listenpreis einzurechnen.

Online kommt kaum noch jemand ohne Rabatte zum Kaufabschluss. Melde dich im Newsletter an und spare 10%, neue Ware ist eingetroffen, Sommerschlussverkauf, spare im Fünferpack - die Liste der Rabattaktionen ist lang.

Wer Discounts nicht in seinen Businessplan einrechnet, begeht heutzutage einen groben Fehler. Wir rechnen mit einem durchschnittlichen Rabatt von 10% auf den Listenpreis, d.h., dass manchmal für -20% gekauft wird und manchmal für den vollen Listenpreis.

Mehrwertsteuer 🇩🇪

Wird von Konsumenten oft vergessen. Mit jeder Entdecker-Box für 49,99€ spendest du 3,27€ direkt an den deutschen Staat. 🇩🇪 👋

Rohmarge 🤑

Die Kosten, die du oben siehst, entstehen nur unmittelbar beim Versand und bei der Produktion jeder einzelnen Tafel unseres Kakaos.

Doch selbstverständlich haben wir noch deutlich mehr Kosten, die wir nicht sinnvollerweise auf jede einzelne Tafel herunterbrechen können. Diese sind zum Beispiel:

  • Marketing*
  • Overhead (Software-Lizenzen, Mieten, Lagermieten, Gehälter)
  • Kapitalkosten (Kreditzins)
  • Random Costs (Legal, Fuckups, ..)

* Hört man als Konsument nicht gerne, ich weiß. Warum sollst du unser Wachstum finanzieren? Naja, irgendwie muss der Spaß anfangen. Ohne Marketing würden wir gerade nur 100 Tafel im Monat verkaufen. Von großer Auswahl, Kostenersparnissen, Lernkurve für immer bessere Produkte und Impact auf die Ursprungsländer wäre nicht zu reden.

Unterm Strich 🔎

Ich weiß nicht, wie wir unsere Tafeln zum aktuellen Zeitpunkt (Februar 2022) günstiger verkaufen könnten. Die langfristige Strategie ist natürlich, immer mehr Kosten durch größeres Volumen zu reduzieren (Economies of Scale) und dadurch auch den Listenpreis schrittweise herunterschrauben zu können.

Aktuell ist Moruga mit 55 - 79 Cent pro Tasse natürlich nicht günstig aber auch bei Weitem nicht im Bereich des unbezahlbaren Luxus. 

Zum Vergleich: Eine Kapsel Nespresso-Kaffee kostet derzeit ca. 43 Cent.


4 Kommentare


  • Anja

    Vielen Dank für die zusätzlichen Informationen! Das macht wirklich Hoffnung! Ich probiere mich gerade durch die Sorten und werde bald wieder bestellen. Viele Grüße


  • Jonas

    Hey Ute & Anja,

    danke für eure Kommentare! @Anja, genau das macht unser Kakao-Händler des Vertrauens, Original Beans, vor Ort. Wir kaufen Kakaobohnen weit über dem Weltmarktpreis von ca. 2€/kg ein. Manche Kakaobohnen kosten ca. 5€/kg (die Virunga aus der DR Kongo 🇨🇩) und die teuerste sogar rund 14€/kg (die Don Ramón aus Peru 🇵🇪). Auf unserem Herkunfts-Blog kannst du mehr zu den jeweiligen Sorten lesen: https://morugacacao.com/blogs/herkunft

    Im Falle vom Virunga aus der DR Kongo 🇨🇩 zum Beispiel schreiben wir dort unter Impact & Umweltschutz:
    “Eine unabhängige Studie aus dem Jahr 2012 über die Partnerschaft von Original Beans mit lokalen Bauern in Virunga kam zu dem Schluss, dass 13.000 Bauern in der Region für die bio-zertifizierte Kakaoproduktion angeleitet und geschult wurden. Ihr Einkommen hatte sich von 500 Dollar auf über 1000 Dollar pro Jahr verdoppelt. Die meisten Beteiligten wurden außerdem über HIV/Aids und Tuberkulose aufgeklärt. Die Studie errechnete, dass seit Beginn des Virunga-Kakaoprojekts 3 Millionen Bäume gepflanzt wurden und sich die Waldrodungs-Rate halbiert hatte.”

    Im Handel mit Qualitätskakao sehe ich eine ökonomische Aufwärtsspirale für die Produktionsländer, v.a. aus dem Grund, dass hochwertiger Kakao für ein Vielfaches des Weltmarktpreises verkauft werden kann. Die Bauern sind dann nicht mehr auf “Almosen” von Käufern wie uns angewiesen, sondern können den Spieß umdrehen und für Top-Ware einen Top-Preis verlangen, der sich durch Angebot und Nachfrage selbst regelt.

    Allerbeste Grüße,

    Jonas


  • Anja

    Auch von mir vielen Dank für die Informationen! Ich finde es gut, wenn ich ein Produkt kaufe und dann weiß, dass niemand, der mit der Herstellung zu tun hat, ausgebeutet wird. Das scheint mir bei Moruga der Fall zu sein. Ich wüsste da allerdings gerne noch, ob die Arbeiter/innen auf den Plantagen besser bezahlt werden als üblich?


  • Ute

    Sehr interessant und mutig diese Transparenz, vielen Dank dafür Jonas! Ich liebe die Qualität und bleibe euch treu, auch wenn ich bezüglich der Sorten sehr wählerisch bin (möglichst wenig Säure). LG


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