Kakao - der mentale Treibstoff der Zukunft?

Noch vor 200 Jahren war Schokolade in Europa als belebendes Heißgetränk bekannt, das Kaffee und Tee in nichts nachstand.

Kakao zu Zeiten Goethes - die Lieblingsdroge der kreativen Elite

Im Europa des 16. und 17. Jahrhunderts verabredeten man sich in Schokoladenhäusern, wo pure Kakaomasse mit heißem Wasser und Gewürzen verrührt und ausgeschenkt wurde. Neben seines betörenden Aromas schätzte man vor allem die Wirkung dieses Rohstoffs aus der neuen Welt. Goethe soll gesagt haben, dass ihm ohne Schokolade das Schreiben schwer fiel. 
Doch wie viel der "starken und unfehlbar aphrodisierenden Eigenschaften", die die Schokolade einst ins Herz so vieler Dichter und Denker spielte, ist in moderner Trinkschokolade noch zu finden?
Sehr, sehr wenig, um genau zu sein.

Kakao wird gezähmt und industrialisiert

Das euphorisierende Heißgetränk, das einst auf Montezumas Hof ekstatische Feste befeuerte und später zur Lieblingsdroge der europäischen Kreativen avancierte, ist über zwei Jahrhunderte durch die Lebensmittelindustrie gezähmt und zur “süßen Sünde” für Kinder degeneriert worden. 
Der moderne Blick auf dieses wunderschöne Heißgetränk ist gänzlich verklärt. Was prinzipiell recht simpel ist - Kakaobohnen rösten, schälen, mahlen - wird in einem hochspezialisierten Industriezweig ausgelagert, mechanisiert, skaliert und optimiert. In der 2003 erschienenen Kakaoverordnung der Bundesregierung werden die Mindestkakaoanteile festgesetzt, die “Kakaopulver”, “Schokoladenpulver”, “stark entöltes Kakaopulver”, “Trinkschokoladenpulver”, “gezuckerter Kakao”, “Schokolade”, “heiße Schokolade”,  „Heißgetränk Typ Kakao“ enthalten müssen. 
Für das, was wir herstellen, gibt es keine Verkehrsbezeichnung außer “Kakaomasse” - ein Begriff, der den wenigsten Konsumenten geläufig sein sollte und ein Produkt, das fast nur in Großgebinden für gewerbliche Kunden erhältlich ist.
Das ist schade.

Ursprüngliche Schokolade macht konzentriert & belebt - ganz ohne Stress

Ursprüngliche Trinkschokolade enthält eine Fülle bemerkenswerter Stimulanzien wie Phenylethylamin (PEA) und Theobromin und nur sehr wenig Koffein. Echte Trinkschokolade macht also wach und konzentriert - sorgt dabei allerdings nicht für Herzrasen oder Beklemmungen, wie es bei Kaffee und Tee oft der Fall ist.
Da Stress und Angstzustände in der modernen Welt zu einem immer größeren Gesundheitsproblem werden, ist der tassenweise Kaffeekonsum im Büro wohl kaum noch zukunftsträchtig, löst Koffein im Organismus doch schlicht und einfach Stress aus. Macht Kaffee wach? Nein. Kaffee macht gestresst - und ein gestresstes Gehirn schüttet Adrenalin aus. Adrenalin macht wach.
Kakao hingegen könnte der stressfreie Mentaltreibstoff der Zukunft sein. Back to the future.
Ich trank während des Schreibens: Porcelena aus Mexico 🇲🇽